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Nasenkorrektur im Spital

Als letzter grosser Schritt zum Abschluss der LKGS-Behandlung stand eine Nasenkorrektur an. Ich erzähle euch, warum ich das für nötig hielt, was ich im Spital erlebt habe und wie es mir seither geht. Ich bin mir bewusst, dass ich hier einmal mehr Seelenstriptease betreibe, aber ich bin mir sicher, dass andere Betroffene und Interessierte dafür dankbar sind. :)

"Warum machst du das?"

Diese Frage hat mir so überraschenderweise niemand gestellt!

Bei einer Lippenspalte sind die Nasenflügel nicht symmetrisch. Anstelle der Nasenspitze findest du eine Fläche. Ich wurde deswegen in den ersten Schuljahren gehänselt und besonders von Kindern immer wieder gefragt: "Warum hast du solch eine grosse Nase?"

Ausserdem hiess es gleich zu Beginn von den Ärzten, mit 16/17 Jahren würde die Nase operiert werden. Ich wusste also, dass da etwas nicht stimmte. Und so fühlte ich mich beobachtet, unwohl. Jahrelang. Ich dachte, jeder würde meine Nase anstarren.

Ich vermute, es ist für Aussenstehende schwierig, diese Gedanken nachzuvollziehen. Nein, es ist eben nicht "nur eine Nase"! Die Nase ist mitten im Gesicht, und wenn du einen Menschen kennen lernst, dann schaust du ihm zuerst ins Gesicht! (und wenn nicht, bist du ein Mann :P )

Mit der Operation wollte ich also eine unauffällige Nase kriegen, mehr Lebensqualität erhalten, mit dieser Geschichte abschliessen.

Im Spital

Am Donnerstag vor Weihnachten ist es dann soweit. Ich checke ins Hotel äh in die "Klinik im Park" ein. Es sind noch einige kleinere Abklärungen nötig, anschliessend bleibt Zeit, um mich mit dem Zimmernachbarn anzufreunden (arbeitet auch in der IT und hat einen Lendenwirbelbruch).

Pünktlich um 10.30 werde ich in den Operationssaal gebracht, nicht ohne vorher eine Infusion gesteckt zu kriegen (danke Yvonne :D ). Ich friere natürlich, wie immer, und werde mit vielen warmen Decken versorgt. Ein kurzer Schmerz und weg bin ich…

Ab 13.30 bin ich im Aufwachraum, wo ich Radio höre. Ans Telefongespräch, das ich mit meiner Mutter geführt habe, kann ich mich nicht erinnern. Ab halb 3 bin ich zurück im Zimmer und fühle mich topfit! Ich bin erleichtert, das Schlimmste ist überstanden und ein Ende in Sicht! Um 18 Uhr gibt was zu essen, ich rieche nichts und das wird die nächsten Tage auch so bleiben.

Ich fühle keine Schmerzen, hab ja Schmerzmittel.

Am Abend werde ich dann doch noch müde, um 11 ist definitiv Schluss. Die erste Nacht wird beschissen, ich wache dauernd auf und kann nur schlecht wieder einschlafen.

Freitag

Am nächsten Morgen habe ich Rückenschmerzen vom Liegen. Bald warte ich ungeduldig auf den Chirurgen, der sich die verrutschte Nasenschiene anschauen soll, und das OK zur Entfernung der Infusion geben muss. Als er um 15 Uhr immer noch nicht da ist, bin ich ziemlich entnervt, was ich meiner Mutter und irgend so ner Krankenpflegerin auch deutlich zeige. :) Er kommt dann gegen 16 Uhr, endlich wird mir die Infusion abgenommen. Ohne "Hundeleine" geht’s doch gleich viel besser, jetzt mag ich mich auch ans Notebook setzen.

Kurz darauf kriege ich Besuch und dann ist auch schon wieder Essenszeit. Danach lege ich mich bald ins Bett und höre Radio. Auch die zweite Nacht wird nicht besser, im Gegenteil: Ich liege oft wach und warte auf den Morgen.

Samstag

Beim Aufwachen habe ich Schluckweh, und dementsprechend schlecht fühle ich mich. Ich bleibe erstmal liegen und esse erst nach 9 Uhr Frühstück. Danach wird endlich geduscht und ich ziehe zum ersten Mal wieder richtige Kleider an. Und sogleich fühle ich mich wieder ein Stück besser. :)

Auch Andi, mein Zimmernachbar, macht trotz Wirbelsäulenverletzung grosse Fortschritte. Ich begleite ihn bei seinen Physio-Spaziergängen. Kurz darauf kriege ich wieder Besuch, der Nachmittag vergeht dann im Flug.

Dann schaue ich weiter Schmirinskis, kriege aber gleich noch mal Besuch von meinen Eltern. Weiter geht’s dann mit Abendessen, Film schauen, Musik hören, 23 Uhr ins Bett.

Sonntag

Trotz der guten Nacht (bin nur 2x aufgewacht…) fühle ich mich am Morgen total müde, liege bis nach 9 Uhr im Bett. Erstmal duschen, nach 10 Uhr Frühstück und – oh Wunder – dann ist auch schon Mittag.

Am Nachmittag kriege ich gleich doppelt Besuch. Schön!

Montag

Am Morgen werden mir die beiden Tampons aus der Nase gezogen. Das tat nicht weh und war nicht schlimm, nur unglaublich hässlich! Buah. Mein Geruchssinn ist sofort zurück und ich kann wie geplant nach Hause gehen. Und Weihnachten feiern.


Damit kann man sich also abfinden: Blutergüsse um die Augen, Tampons in der Nase, schlaflose Nächte, Schluckweh, fehlender Geruchssinn, 10 Tage Nasenschiene tragen und Blut spucken, Rückenschmerzen, klitzekleine sichtbare Narbe

Und darüber freut man sich: keine echten Schmerzen im Gesicht, das Essen und eure Besuche :)


Rückblick

Es war halb so wild!

Ich musste mich erst an die neue Nasenform gewöhnen, weniger beim Betrachten als beim Berühren. Ausserdem ist meine Nasenspitze härter als früher, aber das interessiert ja keinen.

Jetzt ist die Operation erst einen Monat her, und doch scheint es eine Ewigkeit zu sein. Ich hab mit LKGS abgeschlossen.

Zu den Reaktionen … Niemand hat mich gefragt, ob sich an meiner Nase was verändert hat. Einer hat mich sogar gefragt, wann ich in den Spital müsse :) Nur 2 Freunde haben mir gleich gesagt, man sehe es deutlich. Wie auch immer, das Schöne daran ist: Deinen Freunden ist es scheissegal, wie du aussiehst! :)

5 comments to Nasenkorrektur im Spital

  • Hoi Schaller,

    isch glaub min erschte, richtige Kommentar be dim Blog. :-)

    I fends super, dass du dini Gschicht ufschribsch, es wird sicher dene Lüüt helfe, wo an LKGS liidet, und d Operation(e) no bevorstönd. S gett ehne sicher en Iblick, ned nume was d OP selber betrifft, sondern au wies eim psychisch debii gah chan, und dass au anderi en ähnliche Weg gange send.

    Wie au emmer, dini Blogiträg liss ich jedefalls immerweder gern, da chani leider ned mithalte mit mim Möchtegern-Blog! :-) Jedefalls werdi mi bemüehe, dassi in nächster Ziit wieder was schribe tuen..

    Gruess
    Seng

  • Reto

    Merci!

    Ich schriib ja einewäg gern, aber ich freu mi jedesmal mega öber jede Kommentar! :)

  • Nasenkorrektur

    Hallo,

    guter Beitrag! Was mich vor allem interessieren würde ist, ob du mit dem Ergebnis zufrieden bist? Denn ich weiß von ein paar Fällen die danach unglücklich waren, weil man sofort erkannt hat, dass die Nase operiert ist. Meist möchte man ja nur kleine “Schönheitsfehler” korrigieren, und dann lässt man doch mehr machen ;)

    Viele Grüße und eine gute Zeit!

  • Reto

    Hallo,
    ich bin zufrieden. Bei mir erkennt man nicht, dass die Nase operiert wurde. Der Chirurge hat auch nicht alles technisch mögliche gemacht. Ich wollte keine “Designernase”.

    Wichtig ist, dass man sich selbst akzeptiert. Sonst rennt man bald von einer Schönheitsoperation zur nächsten.

  • Hallo,
    ich habe leider zunächst sehr schlechte Erfahrungen mit einer Schönheitsoperation im Ausland (Polen) gemacht. Dann habe ich mich entsprechend informiert und hatte das große Glück, einen Chirurgen zu finden, der alles wieder gerichtet hat. Meine Nase sieht nun sehr schön aus und ich bin wirklich glücklich und zufrieden. Deswegen sollte ein solcher Eingriff von einem erfahren Chirurgen durchgeführt werden, der einen zuvor ausführlich berät. Liebe Grüße Lisa

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