Hawaii #3: Wandern, Schnorcheln und Chillen in Mau’i

Der nächste Stop war Maui. Maui ist die zweitgrösste Insel in Hawaii. Auch diese Insel ist durch Vulkanaktivitäten entstanden. Der ältere Vulkan im Westen ist vollkommen bewachsen, während der jüngere und grössere Haleakalā zu grossen Teilen eher an eine Mondlandschaft erinnert.

Übernachtet habe ich im Banana Bungalow Maui Hostel. Es liegt ziemlich ausserhalb, aber das Hostel bietet jeden Tag eine Tour an – so kriegt man ohne etwas zu organisieren viel zu sehen. Einige Gäste hatten aber trotzdem ein Mietauto, um unabhängiger zu sein.

Haleakalā National Park

Am Samstag ging es gleich mit der heftigsten Tour los – 12 Meilen wandern im Haleakalā-Vulkan! 20 Kilometer! Zuerst fuhren wir rund 2 Stunden bis auf fast 3000 Meter hoch. Die vielen Kurven erinnerten ganz schön an die Passstrassen in der Schweiz. Und dann die Aussicht beim Visitor Center! Wir waren weit über den Wolken, und konnten in den Krater hineinsehen. Hier oben war es auch ganz schön kalt.

Bald darauf marschierten wir los. Die nächsten 6 Stunden führten uns durch etwa 6 Klimazonen. Die erste Hälfte des Weges war enorm steinig, es ging ständig bergab (in den Krater). Die Farbe und Form der Steine veränderte sich immer wieder, wie auch die ganze Umgebung. Die Silversword-Pflanze wächst anscheinend 50 Jahre, blüht dann einmal und vergeht dann.

In der Zwischenzeit war es so neblig geworden, dass man teilweise nicht mal 10 Meter weit sah. Ausserdem war die Luft so feucht, dass sich Wassertropfen an meinen Armhäärchen festsetzten 🙂

Nicht viel später klarte es wieder auf. Unglaublich, wie sich ab und zu Pflanzen zwischen all den Steinen hervorkämpfen. Oder wie manche Lavasteine enorm viel schwerer sind als andere. (das hat mit den eingeschlossenen Luftbläschen zutun)

Wir kamen noch an einigen erkalteten Lavaröhren vorbei, bis wir die Holua Cabin erreichten. Dort könnte man mit einem permit übernachten. Dorf trafen wir auch auf einige Nēnēs – Gänse, die es nur in Hawaii gibt.

Bald darauf ging es dann nur noch steil bergauf, immer im Zickzack, vorbei an Felswänden mit viel Farn und einem bombastischen Ausblick zurück in die Ebene, die wir vorher durchquert hatten.

Oben angekommen, fuhren wir mit den Bussen direkt zum Gipfel auf 3055 m.ü.M., wo wir in der Kälte den Sonnenuntergang bestaunten. – Eine Woche später durfte ich dasselbe noch einmal erleben, nur dann auf dem Mauna Kea  in Big Island.

Bei all der Anstrengung hätten wir beinahe vergessen: Es war Silvester. Was für ein Tag! Und was für ein Abend!

Makena Beach Sunset Party

Am nächsten Tag war eine lockere Tour angesagt – Ausflug zum Strand, Zeit zum Entspannen. Makena Beach (oder Big Beach) ist ein schöner Strand mit wunderbar klarem und blauem Wasser.

Wir entschieden uns allerdings, nebenan zum Little Beach zu gehen. Der Strand ist klein und ein wenig abgeschieden. Dort findet sich vor allem sonntags eine ziemlich alternative und buntgemischte Szene: Dort wird getanzt, getrommelt, Gitarre gespielt, Alkohol getrunken, sonstige Drogen konsumiert, manche sind komplett nackt, manche oben ohne, natürlich wird auch gebadet und geschnorchelt, ab und zu Hula Hoop-Reifen geschwungen, kunstvolle Autos aus Sand geschaffen, dann schaut man zusammen andächtig den Sonnenuntergang, und nach Sonnenuntergang geht’s weiter mit Künstlern, die mit Fackeln jonglieren.

Die ganze Szenerie ist eindrücklich, aber auch umstritten. Einerseits zeigt sich: Hawaii ist anders, relaxter als das Festland, andererseits wird der Strand immer mehr von Touristen und Aussteigern aufgesucht und geprägt, was die ursprüngliche Stimmung offenbar verändert. Auf Youtube findet man ziemlich hässliche Kommentare zu den Videos über Little Beach.

Ich fand’s interessant zur Abwechslung, aber auch lächerlich, wie manche Leute in diese Hippie-Welt flüchten. (ich behaupte das einfach mal) Und ohne Frage, all die Touristen machen den „Geist“ dieses Strandes kaputt, und da war ich leider selbst auch Teil davon.

Iao Valley Tour

Die kleine Wanderung am nächsten Tag führte uns ins Iao Valley (zum älteren der beiden Vulkane auf der Insel). Auf dem Weg dorthin stoppten wir bei den Kepaniwai Heritage Gardens, die den vielen Einwanderern und der Diversität ihrer Herkunftsländer gedenken. Die Arbeiter der Zuckerrohrplantagen stammten vor allem aus China, Japan, den Philippinen, Korea und Portugal.

Gleich zu Beginn der Wanderung sahen wir den Iao Needle, einen markanten, freistehenden Felsen. Danach kämpften wir uns durch dichtbewachsenen Dschungel mit Kaffee- und Bananenbäumen, probierten Früchte, deren Namen ich heute nicht mehr weiss und genossen schliesslich die Aussicht. Auf dem Rückweg ging ich barfuss, liess meine Füsse in jedem Schlammloch versinken, bis wir uns unten im Fluss eine Abkühlung gönnten.

Road to Hana

Heute stand ein echtes Highlight an, die „Road to Hana“. Diese Strasse führt von Kahului bis nach Hana, ist über 100 Kilometer lang, führt über mehr als 50 einspurige Brücken und vorbei an unzähligen Wasserfällen – und ist unglaublich kurvig. (Anscheinend gibt’s über 600 Kurven)

Ganz im Detail kann ich mich nicht mehr an den Tag erinnnern: Wir haben uns in Paia mit Esswaren eingedeckt, haben als nächstes bei Auntie Sandy’s Bananenbrot gegessen, sind zum Black Sands Beach und sind dort durch die Waianapanapa Caves durchgekrochen und -geschwommen (unsere Guides hatten wasserdichte Taschenlampen dabei, aber es war doch ein bisschen gruselig, weil es trotzdem fast stockdunkel und eng ist, und man dauernd Wasser treten muss). Wir waren dann eine Weile an einem Strand mit ruhigem, glasklarem Wasser, sind weiter und haben in einem Pool unter einem Wasserfall gebadet, und sind dann zu guter Letzt zu den Waimoku Falls gewandert. Die befinden sich ca. 3 Kilometer im Inselinnern, der Weg führt durch einen enorm dichten Bambuswald. Die Halme waren bestimmt höher als 10 Meter. Dadurch war es auch ziemlich dunkel. Der Wasserfall ist der grösste in Maui, die Fallhöhe beträgt etwa 130 Meter.

Diejenigen, denen es nicht besonders nach einer weiteren Wanderung zumute war, vertrieben sich die Zeit an den „Seven Sacred Pools“. Für beides blieb leider keine Zeit.

Lahaina und Kaanapali Beach

Die Tour heute ist wieder eher gemütlich, wir starten mittags und fahren erst mal zur Maliko Bay. Dort schauen wir den Pros für eine Weile beim Wellensurfen zu, für morgen wurde die grösste Welle der bisherigen Saison angekündigt! Für uns geht’s dann weiter, wir mieten erstmal Schnorchelausrüstung und verbringen den Rest des Nachmittags am Kaanapali Beach. Wir haben ein Bodyboard dabei, das macht richtig Laune! Aber man unterschätzt schnell einmal die Kraft des Wassers. Ich werde von einer Welle regelrecht „erschlagen“ und habe während den nächsten 3 Wochen immer wieder heftige Nackenschmerzen. 🙂

Eine Stunde vor Sonnenuntergang trafen wir in Lahaina ein. Lahaina ist ein hübsches Städtchen am Meer. Nebst all den Touristenläden und Restaurants gibt es zwei wirklich sehenswerte Gallerien: jene von Thomas Barbèy und die von Peter Lik (gleich nebeneinander). Die Fotos sind beeindruckend, faszinierend, surreal. Aber googelt selbst!

Turtle Town Snorkel

Am letzten Tag auf Maui war noch einmal gemütliches Schnorcheln und Ausruhen am Strand angesagt.

Geschnorchelt haben wir bei beim Strand des Maui Prince Hotel, wo wir dann tatsächlich auch wieder Schildkröten sahen. Später sind wir dann wieder zum Makena Beach / Big Beach gefahren, und haben den restlichen Nachmittag genossen!

Am Abend war eine recht spezielle Band im Hostel zu Gast und hat da für Stimmung gesorgt 🙂

Am nächsten Morgen war es dann wieder Zeit, weiterzureisen:

Big Island ahoi!

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