Hawaii #2: 5 Tage in Kaua’i (the Garden Island)

Als nächstes ging es weiter auf die Insel Kauai. Kauai ist die älteste Insel in Hawaii und wird auch „die Garteninsel“ genannt. Die Insel ist dicht bewachsen, rund um den Waiʻaleʻale gibt’s so viel Regen wie sonst nirgends auf der Erde. Die Insel ist so gross wie der Kanton Aargau, hat aber gerade mal 58000 Einwohner. In Kauai wurde auch Jurassic Park gedreht.

Der Flug von Honolulu nach Lihue war ziemlich unruhig – ich war dann froh, nach 30 Minuten Flug endlich wieder festen Boden unter den Füssen zu haben. Die nächsten 5 Nächte verbrachte ich im Honuea International Hostel in Kapa’a im Osten der Insel.

Mit dem Fahrrad der Küste entlang

Am Montag habe ich ein bisschen Schlaf nachgeholt, und habe dann am Nachmittag ganz in der Nähe für 10 USD ein Fahrrad gemietet. Damit bin ich von Kapa’a der Küste entlang dem shared-use path (bike/pedestrian) gefolgt. Unterwegs habe ich immer wieder mal gestoppt, Fotos geschossen, einsame Strände entdeckt, ganz weit draussen Wale gesehen, 2 Hawaiianer beim Kiffen gestört, für 2 Pensionäre aus dem kalten Alaska Fotos gemacht und so weiter und so fort 🙂 An der Kuna Bay wollte ich eigentlich ein bisschen ins Meer raus, aber jede Welle hat mich wieder so enorm weit zurückgeschleudert, dass ich mich bald darauf erst mal am Strand ausruhen musste 🙂

Auf jeden Fall ein richtig gemütlicher Nachmittag!

  

Gegen Abend habe ich mich in Kapa’a Town ein wenig umgesehen, und dann zurück im Hostel diesen organic food gekocht, den ich mir am Morgen im Reformladen um die Ecke gekauft hatte. Polenta mit Kräutern und Paprikawurst, was für eine Kombination 🙂 Jetzt lernte ich auch noch die anderen 5-6 Gäste kennen. Ein bunt zusammengewürfelter Haufen. Wir vereinbarten eine gemeinsame Wanderung für den nächsten Tag.

Wandern im Waimea Canyon

Am nächsten Tag war ich dann früh genug wach, um den Sonnenaufgang am Strand geniessen. Bald darauf waren wir unterwegs zum Waimea Canyon. Beim Kalalau Lookout hat man eine wunderbare Aussicht ins Kalalau Valley, eines der zerklüfteten Täler an der Na’pali Küste. Wir waren der Krete entlang auf dem Pihea Trail unterwegs. Die Aussicht ins grüne Tal mit dem blauen Meer dahinter war schlicht umwerfend!!

  

Wir drehten dann auf etwa halbem Weg zum Kilohana Lookout um, damit uns noch genügend Zeit blieb für den Black Pipe Trail im Canyon. Allerdings waren auch hier die letzten x 100 Meter vor den Waipo’o Falls so trocken-rutschig, dass wir darauf verzichteten. Die Hitze brachte uns eh schon fast um 🙂 Wenn ich mich richtig erinnere, konnten wir auf der letzten sandig-staubigen Anhöhe sogar einen kleinen Sandsturm (oder Luftwirbel..) beobachten. Und über unseren Köpfen knatterte immer wieder mal ein Helikopter vorbei. Da hatte wohl jemand die leichtere Art gewählt, Kauai zu entdecken. 😉

Poke poke 

Damit hatten wir uns definitiv ein wenig Entspannung verdient. Den späteren Nachmittag verbrachten wir am Strand im Mac Arthur Park im Südwesten, bevor wir zum Koloa Fish Market fuhren, und uns dort mit leckerem poke eindeckten. Poke ist ein Appetizer mit rohem Thunfisch und gibt’s in diversen Geschmacksrichtungen (Meersalz, Knoblauch, Seegras, …).

  

Als letztes stand dann noch das Abholen meines Mietautos auf dem Programm. Ich konnte für 20 USD/Tag zusätzlich ein Upgrade auf ein Cabrio ergattern. Wie geil! Davon hatten wir in Kalifornien immer geträumt! Leider war kein Ford Mustang mehr da und ich erhielt einen Chrysler Sebring, den ich am nächsten Morgen umtauschen konnte.

Ausflug an die North Shore / Hanalei

Auch am Mittwoch war ich wieder recht früh wach. Ich wollte gerade ins Auto sitzen, als Henry fragte, ob er mitkommen dürfte. Es sei egal wohin, Hauptsache mal weg vom Hostel… Klar! Wir haben dann also am Flughafen das Auto getauscht, sind dann weiter zu den Opaeka Falls, ins Keahua Arboretum (ein kleiner Park – dort bin ich mit dem Ford Mustang durch einen kleinen Fluss gefahren und hatte schon Angst, dass ich weggetrieben werde 🙂 ) Im Park gab es auch jede Menge „Regenbogenbäume“ – Rainbow Eucalyptus), kurz darauf weiter zum Hindu-Kloster (das war fast ein wenig langweilig, die Aussicht dafür umso besser) und dann zum Schluss noch kurz beim (nachgebauten) Hawaiian Village am Wailua River vorbeigeschaut. Den Eintrittspreis dort haben wir uns aber gespart, zumal einer der Mitarbeiter mit einer Kettensäge herumlärmte..

Das war unser netter kleiner Morgenausflug, mittlerweile (halb 11) knurrte uns schon recht der Magen. Zurück im Hostel ass Henry dieses typische Haferflockenmüsli, und ich machte mich gleich wieder auf den Weg Richtung North Shore (Nordküste). Ich konnte meinen Hunger aber auch nicht mehr länger ignorieren, deshalb gab‘s kurz darauf diesen leckeren Snack:

  

Der nächste Stopp war beim Kilauea Lighthouse, auch dort habe ich mir den Eintritt wieder gespart. Interessanter war der 18jährige Typ mit der Machete, der nebenan Kokosnüsse verkaufte. Unglaublich, wie viel Saft da drin steckt! Besonders gut schmeckt es leider nicht. Auf jeden Fall habe ich mit ihm eine Weile gequatscht: Er hat mir seine Soundanlage im Pickup mit Ultra-Subwoofer gezeigt, behauptet, in Kauai gäbe es das beste Marihuana (natürlich hatte er auch gleich welches dabei.. So langsam machte ich mir Sorgen um die Hawaiianer), er hat über die Pauschaltouristen gelästert und mir gesagt, dass er (trotzdem) gerne mal aufs Festland würde, da war er nämlich noch nie.

 

Kurz nach Princeville in Richtung Hanalei gibt’s einige sehr schöne Aussichtspunkte ins fruchtbare Hanalei Valley. In Hanalei selbst habe ich dann zwei Anhalter mitgenommen, die es bis hierher mit dem Bus geschafft haben: Einen Griechen mit seiner asiatischen Frau oder Freundin. Mit denen bin ich dann ans Ende der Strasse gefahren, natürlich nicht ohne unterwegs die Wet and Dry Caves anzuschauen. Wieder alleine, habe ich dann kurz die ersten 1-2 Kilometer des Kalalau Trail gemacht. (genau, der führt zu dem Tal, was wir am Vortag auf der Wanderung gesehen hatten) Hin und zurück sind es aber 36 Kilometer, eindeutig zu viel!

Leider war der Tunnels Beach zum Schnorcheln gesperrt, dabei war ich auch deswegen hergekommen… Tja. Ich bin noch ein wenig den Stränden entlang spaziert, habe in Hanalei gegessen und mich dann auf den Rückweg gemacht. Es wurde schnell recht kühl.

Mit dem Katamaran der Na’pali-Küste entlang

Für den Donnerstag hatte ich bei Captain Andy’s die Katamaran-Schnorcheltour an der Na’pali-Küste gebucht. Es hiess also früh aufzustehen und noch im Dunkeln nach Eleele zum Hafen zu fahren. Der Katamaran war riesig, darauf hatten locker 40 Leute Platz, ohne dass es zu eng wurde!

Die Na’pali-Küste hatte ich 2 Tage früher schon einmal von oben gesehen. Aber erst jetzt von unten wurde deutlich, wie hoch die Kliffe sind! Unterwegs sahen wir auch jede Menge Buckelwale und Spinnerdelfine und einige Schildkröten. Die Delfine schwammen auch immer wieder direkt vor dem Bug, einfach genial! Und als wäre das noch nicht genug, schwammen einmal 3-4 Buckelwale direkt neben unserem Katamaran durch! Die sind riesig!

Nur aus dem Schnorcheln wurde nichts, dafür war der Wellengang zu heftig.

  

Gegen 14 Uhr war ich zurück an Land und fuhr direkt zum Spouting Horn Park. Hier wird bei jeder Welle Wasser durch eine erkaltete Lavaröhre gedrückt, und spritzt dann meterweit in die Luft. Nicht weit davon bin ich schnorcheln gegangen, aber das war nichts im Vergleich zu dem, was ich beim Captain Cook Monument in Big Island noch sehen sollte!

 

Abschied von Kauai

Der Freitag war bereits der letzte Tag in Kauai. Auch wenns nicht ganz so warm war heute, musste ich einfach unbedingt noch ein „shaved ice“ probieren. Im Prinzip ist das nichts anderes als abgeschabtes, lockeres Eis mit Sirup (für den Geschmack). Geil!

Ich fuhr auch noch zu den Wailua Falls, die sieht man aber von der Strasse her nicht besonders gut. Nach einem Regen sind sie natürlich auch gleich viel grösser.

Von wegen Regen: Kurz darauf war ich beim Hanama’ulu Beach Park, und es begann doch tatsächlich zu regnen. Bis auf 3 wahrscheinlich Obdachlose war dort keine Menschenseele. Sie waren in etwa in meinem Alter. Das Traurige war, dass sie aus Literflaschen Wodka und Whisky pur tranken. Ich fühlte mich anfangs ziemlich unwohl, wollte mich aber auch nicht aus dem Schutz des Strandhäuschens in den Regen begeben. Und so begann ich mit ihnen zu reden, sie waren eigentlich ganz freundlich. Natürlich hatten sie auch meinen Mustang gesehen. Das war schon merkwürdig, dieser Kontrast.

Am späteren Nachmittag ging es dann weiter nach Maui!

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