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Hawaii #3: Wandern, Schnorcheln und Chillen in Mau’i

Der nächste Stop war Maui. Maui ist die zweitgrösste Insel in Hawaii. Auch diese Insel ist durch Vulkanaktivitäten entstanden. Der ältere Vulkan im Westen ist vollkommen bewachsen, während der jüngere und grössere Haleakalā zu grossen Teilen eher an eine Mondlandschaft erinnert.

Übernachtet habe ich im Banana Bungalow Maui Hostel. Es liegt ziemlich ausserhalb, aber das Hostel bietet jeden Tag eine Tour an – so kriegt man ohne etwas zu organisieren viel zu sehen. Einige Gäste hatten aber trotzdem ein Mietauto, um unabhängiger zu sein.

Haleakalā National Park

Am Samstag ging es gleich mit der heftigsten Tour los – 12 Meilen wandern im Haleakalā-Vulkan! 20 Kilometer! Zuerst fuhren wir rund 2 Stunden bis auf fast 3000 Meter hoch. Die vielen Kurven erinnerten ganz schön an die Passstrassen in der Schweiz. Und dann die Aussicht beim Visitor Center! Wir waren weit über den Wolken, und konnten in den Krater hineinsehen. Hier oben war es auch ganz schön kalt.

Bald darauf marschierten wir los. Die nächsten 6 Stunden führten uns durch etwa 6 Klimazonen. Die erste Hälfte des Weges war enorm steinig, es ging ständig bergab (in den Krater). Die Farbe und Form der Steine veränderte sich immer wieder, wie auch die ganze Umgebung. Die Silversword-Pflanze wächst anscheinend 50 Jahre, blüht dann einmal und vergeht dann.

In der Zwischenzeit war es so neblig geworden, dass man teilweise nicht mal 10 Meter weit sah. Ausserdem war die Luft so feucht, dass sich Wassertropfen an meinen Armhäärchen festsetzten :)

Nicht viel später klarte es wieder auf. Unglaublich, wie sich ab und zu Pflanzen zwischen all den Steinen hervorkämpfen. Oder wie manche Lavasteine enorm viel schwerer sind als andere. (das hat mit den eingeschlossenen Luftbläschen zutun)

Wir kamen noch an einigen erkalteten Lavaröhren vorbei, bis wir die Holua Cabin erreichten. Dort könnte man mit einem permit übernachten. Dorf trafen wir auch auf einige Nēnēs – Gänse, die es nur in Hawaii gibt.

Bald darauf ging es dann nur noch steil bergauf, immer im Zickzack, vorbei an Felswänden mit viel Farn und einem bombastischen Ausblick zurück in die Ebene, die wir vorher durchquert hatten.

Oben angekommen, fuhren wir mit den Bussen direkt zum Gipfel auf 3055 m.ü.M., wo wir in der Kälte den Sonnenuntergang bestaunten. – Eine Woche später durfte ich dasselbe noch einmal erleben, nur dann auf dem Mauna Kea  in Big Island.

Bei all der Anstrengung hätten wir beinahe vergessen: Es war Silvester. Was für ein Tag! Und was für ein Abend!

Makena Beach Sunset Party

Am nächsten Tag war eine lockere Tour angesagt – Ausflug zum Strand, Zeit zum Entspannen. Makena Beach (oder Big Beach) ist ein schöner Strand mit wunderbar klarem und blauem Wasser.

Wir entschieden uns allerdings, nebenan zum Little Beach zu gehen. Der Strand ist klein und ein wenig abgeschieden. Dort findet sich vor allem sonntags eine ziemlich alternative und buntgemischte Szene: Dort wird getanzt, getrommelt, Gitarre gespielt, Alkohol getrunken, sonstige Drogen konsumiert, manche sind komplett nackt, manche oben ohne, natürlich wird auch gebadet und geschnorchelt, ab und zu Hula Hoop-Reifen geschwungen, kunstvolle Autos aus Sand geschaffen, dann schaut man zusammen andächtig den Sonnenuntergang, und nach Sonnenuntergang geht’s weiter mit Künstlern, die mit Fackeln jonglieren.

Die ganze Szenerie ist eindrücklich, aber auch umstritten. Einerseits zeigt sich: Hawaii ist anders, relaxter als das Festland, andererseits wird der Strand immer mehr von Touristen und Aussteigern aufgesucht und geprägt, was die ursprüngliche Stimmung offenbar verändert. Auf Youtube findet man ziemlich hässliche Kommentare zu den Videos über Little Beach.

Ich fand’s interessant zur Abwechslung, aber auch lächerlich, wie manche Leute in diese Hippie-Welt flüchten. (ich behaupte das einfach mal) Und ohne Frage, all die Touristen machen den „Geist“ dieses Strandes kaputt, und da war ich leider selbst auch Teil davon.

Iao Valley Tour

Die kleine Wanderung am nächsten Tag führte uns ins Iao Valley (zum älteren der beiden Vulkane auf der Insel). Auf dem Weg dorthin stoppten wir bei den Kepaniwai Heritage Gardens, die den vielen Einwanderern und der Diversität ihrer Herkunftsländer gedenken. Die Arbeiter der Zuckerrohrplantagen stammten vor allem aus China, Japan, den Philippinen, Korea und Portugal.

Gleich zu Beginn der Wanderung sahen wir den Iao Needle, einen markanten, freistehenden Felsen. Danach kämpften wir uns durch dichtbewachsenen Dschungel mit Kaffee- und Bananenbäumen, probierten Früchte, deren Namen ich heute nicht mehr weiss und genossen schliesslich die Aussicht. Auf dem Rückweg ging ich barfuss, liess meine Füsse in jedem Schlammloch versinken, bis wir uns unten im Fluss eine Abkühlung gönnten.

Road to Hana

Heute stand ein echtes Highlight an, die „Road to Hana“. Diese Strasse führt von Kahului bis nach Hana, ist über 100 Kilometer lang, führt über mehr als 50 einspurige Brücken und vorbei an unzähligen Wasserfällen – und ist unglaublich kurvig. (Anscheinend gibt’s über 600 Kurven)

Ganz im Detail kann ich mich nicht mehr an den Tag erinnnern: Wir haben uns in Paia mit Esswaren eingedeckt, haben als nächstes bei Auntie Sandy’s Bananenbrot gegessen, sind zum Black Sands Beach und sind dort durch die Waianapanapa Caves durchgekrochen und -geschwommen (unsere Guides hatten wasserdichte Taschenlampen dabei, aber es war doch ein bisschen gruselig, weil es trotzdem fast stockdunkel und eng ist, und man dauernd Wasser treten muss). Wir waren dann eine Weile an einem Strand mit ruhigem, glasklarem Wasser, sind weiter und haben in einem Pool unter einem Wasserfall gebadet, und sind dann zu guter Letzt zu den Waimoku Falls gewandert. Die befinden sich ca. 3 Kilometer im Inselinnern, der Weg führt durch einen enorm dichten Bambuswald. Die Halme waren bestimmt höher als 10 Meter. Dadurch war es auch ziemlich dunkel. Der Wasserfall ist der grösste in Maui, die Fallhöhe beträgt etwa 130 Meter.

Diejenigen, denen es nicht besonders nach einer weiteren Wanderung zumute war, vertrieben sich die Zeit an den „Seven Sacred Pools“. Für beides blieb leider keine Zeit.

Lahaina und Kaanapali Beach

Die Tour heute ist wieder eher gemütlich, wir starten mittags und fahren erst mal zur Maliko Bay. Dort schauen wir den Pros für eine Weile beim Wellensurfen zu, für morgen wurde die grösste Welle der bisherigen Saison angekündigt! Für uns geht’s dann weiter, wir mieten erstmal Schnorchelausrüstung und verbringen den Rest des Nachmittags am Kaanapali Beach. Wir haben ein Bodyboard dabei, das macht richtig Laune! Aber man unterschätzt schnell einmal die Kraft des Wassers. Ich werde von einer Welle regelrecht „erschlagen“ und habe während den nächsten 3 Wochen immer wieder heftige Nackenschmerzen. :-)

Eine Stunde vor Sonnenuntergang trafen wir in Lahaina ein. Lahaina ist ein hübsches Städtchen am Meer. Nebst all den Touristenläden und Restaurants gibt es zwei wirklich sehenswerte Gallerien: jene von Thomas Barbèy und die von Peter Lik (gleich nebeneinander). Die Fotos sind beeindruckend, faszinierend, surreal. Aber googelt selbst!

Turtle Town Snorkel

Am letzten Tag auf Maui war noch einmal gemütliches Schnorcheln und Ausruhen am Strand angesagt.

Geschnorchelt haben wir bei beim Strand des Maui Prince Hotel, wo wir dann tatsächlich auch wieder Schildkröten sahen. Später sind wir dann wieder zum Makena Beach / Big Beach gefahren, und haben den restlichen Nachmittag genossen!

Am Abend war eine recht spezielle Band im Hostel zu Gast und hat da für Stimmung gesorgt :-)

Am nächsten Morgen war es dann wieder Zeit, weiterzureisen:

Big Island ahoi!

Hawaii #2: 5 Tage in Kaua’i (the Garden Island)

Als nächstes ging es weiter auf die Insel Kauai. Kauai ist die älteste Insel in Hawaii und wird auch „die Garteninsel“ genannt. Die Insel ist dicht bewachsen, rund um den Waiʻaleʻale gibt’s so viel Regen wie sonst nirgends auf der Erde. Die Insel ist so gross wie der Kanton Aargau, hat aber gerade mal 58000 Einwohner. In Kauai wurde auch Jurassic Park gedreht.

Der Flug von Honolulu nach Lihue war ziemlich unruhig – ich war dann froh, nach 30 Minuten Flug endlich wieder festen Boden unter den Füssen zu haben. Die nächsten 5 Nächte verbrachte ich im Honuea International Hostel in Kapa’a im Osten der Insel:

Mit dem Fahrrad der Küste entlang

Am Montag habe ich ein bisschen Schlaf nachgeholt, und habe dann am Nachmittag ganz in der Nähe für 10 USD ein Fahrrad gemietet. Damit bin ich von Kapa’a der Küste entlang dem shared-use path (bike/pedestrian) gefolgt. Unterwegs habe ich immer wieder mal gestoppt, Fotos geschossen, einsame Strände entdeckt, ganz weit draussen Wale gesehen, 2 Hawaiianer beim Kiffen gestört, für 2 Pensionäre aus dem kalten Alaska Fotos gemacht und so weiter und so fort :) An der Kuna Bay wollte ich eigentlich ein bisschen ins Meer raus, aber jede Welle hat mich wieder so enorm weit zurückgeschleudert, dass ich mich bald darauf erst mal am Strand ausruhen musste :)

Auf jeden Fall ein richtig gemütlicher Nachmittag!

  

Gegen Abend habe ich mich in Kapa’a Town ein wenig umgesehen, und dann zurück im Hostel diesen organic food gekocht, den ich mir am Morgen im Reformladen um die Ecke gekauft hatte. Polenta mit Kräutern und Paprikawurst, was für eine Kombination :) Jetzt lernte ich auch noch die anderen 5-6 Gäste kennen. Ein bunt zusammengewürfelter Haufen. Wir vereinbarten eine gemeinsame Wanderung für den nächsten Tag.

Wandern im Waimea Canyon

Am nächsten Tag war ich dann früh genug wach, um den Sonnenaufgang am Strand geniessen. Bald darauf waren wir unterwegs zum Waimea Canyon. Beim Kalalau Lookout hat man eine wunderbare Aussicht ins Kalalau Valley, eines der zerklüfteten Täler an der Na’pali Küste. Wir waren der Krete entlang auf dem Pihea Trail unterwegs. Die Aussicht ins grüne Tal mit dem blauen Meer dahinter war schlicht umwerfend!!

  

Wir drehten dann auf etwa halbem Weg zum Kilohana Lookout um, damit uns noch genügend Zeit blieb für den Black Pipe Trail im Canyon. Allerdings waren auch hier die letzten x 100 Meter vor den Waipo’o Falls so trocken-rutschig, dass wir darauf verzichteten. Die Hitze brachte uns eh schon fast um :) Wenn ich mich richtig erinnere, konnten wir auf der letzten sandig-staubigen Anhöhe sogar einen kleinen Sandsturm (oder Luftwirbel..) beobachten. Und über unseren Köpfen knatterte immer wieder mal ein Helikopter vorbei. Da hatte wohl jemand die leichtere Art gewählt, Kauai zu entdecken. ;)

Poke poke 

Damit hatten wir uns definitiv ein wenig Entspannung verdient. Den späteren Nachmittag verbrachten wir am Strand im Mac Arthur Park im Südwesten, bevor wir zum Koloa Fish Market fuhren, und uns dort mit leckerem poke eindeckten. Poke ist ein Appetizer mit rohem Thunfisch und gibt’s in diversen Geschmacksrichtungen (Meersalz, Knoblauch, Seegras, …).

  

Als letztes stand dann noch das Abholen meines Mietautos auf dem Programm. Ich konnte für 20 USD/Tag zusätzlich ein Upgrade auf ein Cabrio ergattern. Wie geil! Davon hatten wir in Kalifornien immer geträumt! Leider war kein Ford Mustang mehr da und ich erhielt einen Chrysler Sebring, den ich am nächsten Morgen umtauschen konnte.

Ausflug an die North Shore / Hanalei

Auch am Mittwoch war ich wieder recht früh wach. Ich wollte gerade ins Auto sitzen, als Henry fragte, ob er mitkommen dürfte. Es sei egal wohin, Hauptsache mal weg vom Hostel… Klar! Wir haben dann also am Flughafen das Auto getauscht, sind dann weiter zu den Opaeka Falls, ins Keahua Arboretum (ein kleiner Park – dort bin ich mit dem Ford Mustang durch einen kleinen Fluss gefahren und hatte schon Angst, dass ich weggetrieben werde :) ) Im Park gab es auch jede Menge „Regenbogenbäume“ – Rainbow Eucalyptus), kurz darauf weiter zum Hindu-Kloster (das war fast ein wenig langweilig, die Aussicht dafür umso besser) und dann zum Schluss noch kurz beim (nachgebauten) Hawaiian Village am Wailua River vorbeigeschaut. Den Eintrittspreis dort haben wir uns aber gespart, zumal einer der Mitarbeiter mit einer Kettensäge herumlärmte..

Das war unser netter kleiner Morgenausflug, mittlerweile (halb 11) knurrte uns schon recht der Magen. Zurück im Hostel ass Henry dieses typische Haferflockenmüsli, und ich machte mich gleich wieder auf den Weg Richtung North Shore (Nordküste). Ich konnte meinen Hunger aber auch nicht mehr länger ignorieren, deshalb gab‘s kurz darauf diesen leckeren Snack:

  

Der nächste Stopp war beim Kilauea Lighthouse, auch dort habe ich mir den Eintritt wieder gespart. Interessanter war der 18jährige Typ mit der Machete, der nebenan Kokosnüsse verkaufte. Unglaublich, wie viel Saft da drin steckt! Besonders gut schmeckt es leider nicht. Auf jeden Fall habe ich mit ihm eine Weile gequatscht: Er hat mir seine Soundanlage im Pickup mit Ultra-Subwoofer gezeigt, behauptet, in Kauai gäbe es das beste Marihuana (natürlich hatte er auch gleich welches dabei.. So langsam machte ich mir Sorgen um die Hawaiianer), er hat über die Pauschaltouristen gelästert und mir gesagt, dass er (trotzdem) gerne mal aufs Festland würde, da war er nämlich noch nie.

 

Kurz nach Princeville in Richtung Hanalei gibt’s einige sehr schöne Aussichtspunkte ins fruchtbare Hanalei Valley. In Hanalei selbst habe ich dann zwei Anhalter mitgenommen, die es bis hierher mit dem Bus geschafft haben: Einen Griechen mit seiner asiatischen Frau oder Freundin. Mit denen bin ich dann ans Ende der Strasse gefahren, natürlich nicht ohne unterwegs die Wet and Dry Caves anzuschauen. Wieder alleine, habe ich dann kurz die ersten 1-2 Kilometer des Kalalau Trail gemacht. (genau, der führt zu dem Tal, was wir am Vortag auf der Wanderung gesehen hatten) Hin und zurück sind es aber 36 Kilometer, eindeutig zu viel!

Leider war der Tunnels Beach zum Schnorcheln gesperrt, dabei war ich auch deswegen hergekommen… Tja. Ich bin noch ein wenig den Stränden entlang spaziert, habe in Hanalei gegessen und mich dann auf den Rückweg gemacht. Es wurde schnell recht kühl.

Mit dem Katamaran der Na’pali-Küste entlang

Für den Donnerstag hatte ich bei Captain Andy’s die Katamaran-Schnorcheltour an der Na’pali-Küste gebucht. Es hiess also früh aufzustehen und noch im Dunkeln nach Eleele zum Hafen zu fahren. Der Katamaran war riesig, darauf hatten locker 40 Leute Platz, ohne dass es zu eng wurde!

Die Na’pali-Küste hatte ich 2 Tage früher schon einmal von oben gesehen. Aber erst jetzt von unten wurde deutlich, wie hoch die Kliffe sind! Unterwegs sahen wir auch jede Menge Buckelwale und Spinnerdelfine und einige Schildkröten. Die Delfine schwammen auch immer wieder direkt vor dem Bug, einfach genial! Und als wäre das noch nicht genug, schwammen einmal 3-4 Buckelwale direkt neben unserem Katamaran durch! Die sind riesig!

Nur aus dem Schnorcheln wurde nichts, dafür war der Wellengang zu heftig.

  

Gegen 14 Uhr war ich zurück an Land und fuhr direkt zum Spouting Horn Park. Hier wird bei jeder Welle Wasser durch eine erkaltete Lavaröhre gedrückt, und spritzt dann meterweit in die Luft. Nicht weit davon bin ich schnorcheln gegangen, aber das war nichts im Vergleich zu dem, was ich beim Captain Cook Monument in Big Island noch sehen sollte!

 

Abschied von Kauai

Der Freitag war bereits der letzte Tag in Kauai. Auch wenns nicht ganz so warm war heute, musste ich einfach unbedingt noch ein „shaved ice“ probieren. Im Prinzip ist das nichts anderes als abgeschabtes, lockeres Eis mit Sirup (für den Geschmack). Geil!

Ich fuhr auch noch zu den Wailua Falls, die sieht man aber von der Strasse her nicht besonders gut. Nach einem Regen sind sie natürlich auch gleich viel grösser.

Von wegen Regen: Kurz darauf war ich beim Hanama’ulu Beach Park, und es begann doch tatsächlich zu regnen. Bis auf 3 wahrscheinlich Obdachlose war dort keine Menschenseele. Sie waren in etwa in meinem Alter. Das Traurige war, dass sie aus Literflaschen Wodka und Whisky pur tranken. Ich fühlte mich anfangs ziemlich unwohl, wollte mich aber auch nicht aus dem Schutz des Strandhäuschens in den Regen begeben. Und so begann ich mit ihnen zu reden, sie waren eigentlich ganz freundlich. Natürlich hatten sie auch meinen Mustang gesehen. Das war schon merkwürdig, dieser Kontrast.

Am späteren Nachmittag ging es dann weiter nach Maui!

Hawaii #1: Oahu – Weihnachten am Strand

Über Weihnachten/Neujahr habe ich 3 Wochen Hawai’i gebucht. Ich besuche die Inseln O’ahu, Kaua’i, Mau’i und Big Island, jeweils für 5-6 Tage.

Am Montagabend lande ich nach 6 Stunden Flug in Oahu. Mit “Reliable Shuttle” geht’s für gerade mal 10 USD ins Seaside Hostel in Waikiki, wo ich Nadine wiedersehe. Sie ist schon am Mittag angekommen.

Am Dienstag gehen wir zu zweit auf Entdeckungstour. Von Waikiki bin ich besonders am Anfang enttäuscht, es ist wirklich eine richtig touristische Hotelburg. Dazwischen finden sich viele Luxusläden und ein klitzekleiner überfüllter Waikiki Beach. Zum Glück werde ich noch auf andere Inseln gehen! An wirklich jeder Ecke gibt es einen “ABC Store” für das wichtigste (Essen, Trinken, Strandsachen), ausserdem gibt’s auch noch den Hawaii International Market und viele andere Souvenirläden. Später am Abend kommt dann mein Nachbar Oli an, und am nächsten Tag Rico, der ebenfalls im gleichen Dorf wohnt wie ich :)

Hanauma Bay und Koko Crater

Am Mittwoch geht’s dann endlich aus Waikiki raus, wir gehen in der Hanauma Bay schnorcheln. Die Hanauma Bay ist ein must-do in Oahu und ist bekannt für die vielen Fische und auch für Schildkröten. Zuerst bin ich aber wieder enttäuscht vom Schnorcheln – ich sehe nur einzelne Fische und keine Schildkröten. Meine Massstäbe sind nach Schnorcheln in Ägypten und Tauchen an anderen Orten einfach zu hoch! Nach einem Nickerchen am Strand gehen wir noch mal schnorcheln, und siehe da, wir sehen mindestens 3 verschiedene Turtles, die friedlich durchs Wasser “gleiten”.

Gegen 16 Uhr gehen wir dann los, kurz entschlossen wollen wir noch den Koko Crater auf der anderen Seite der Strasse besteigen. In Flipflops und barfuss gehen wir die scheinbar endlose Treppe hoch, die Treppe wird immer steiler und die Stufen immer unregelmässiger.. Aber irgendwann haben wir‘s geschafft und geniessen die Aussicht!

Der Abstieg geht dann ganz schön in die Knie, und den letzten Bus verpassen wir auch gleich noch. Macht nichts, 2 Amerikaner sind so nett und nehmen uns mit zurück nach Waikiki.

Mit dem Auto unterwegs

Am Donnerstag mieten wir ein Auto, um mehr zu sehen von der Insel. Wir fahren der Ostküste entlang hoch bis zur North Shore. Unterwegs stoppen wir an diversen Aussichtspunkten und schönen Stränden (z.B. Makupu’u Point, Kailua Beach etc.), essen Butter Garlic Shrimps und geniessen am Banzai Pipeline Beach und in der Waimea Bay die Wellen. Zurück geht‘s dann über die Dole Plantation, wo jede Menge Ananas angepflanzt werden.

Surfen und Sonnenstich

Am Freitag stehen wir noch einmal früh auf: Wir gehen surfen – zum ersten Mal! Morgens um halb 9 Uhr ist der Strand noch fast leer, und draussen im Wasser tummeln sich nur wenige Surfer. Surfen fand ich ganz witzig, obwohl ichs nicht so richtig hingekriegt habe. Jedes Mal beim Aufstehen auf dem Brett “hat es mich in den Rücken gezwickt”.. Ich habe heute noch, 2 Tage später, richtig heftige Rückenschmerzen, das hat mir den Spass an der Spass irgendwie genommen. Aber ich werds bestimmt wieder mal versuchen! Und nur schon den Pros zuzuschauen macht auch Spass!

Nach dem Surfen am Morgen machten wir uns mit unserem Weihnachtsbaum auf eine kleine Weltreise. Wir verbrachten den Nachmittag am fast leeren Diamond Beach und schossen Fotos mit uns und dem Weihnachtsbaum =) Am Abend hatte ich einen richtig üblen Sonnenstich, weil ich am Nachmittag überhaupt nichts getrunken hatte. Mit dem Kopfweh habe ich lieber das Bett gehütet als die anderen 3 am Abend weggingen. Schade!

Ausflug nach Pearl Harbor

Eigentlich hätten wir für Samstag noch einmal ein Auto mieten wollen, aber das hatte irgendwie nicht geklappt. Kurzfristig bin ich dann um 11 Uhr morgens nach Pearl Harbor gefahren. Nach einer Stunde Busfahrt war ich da. Der Eintritt ist gratis, und man kann einen Film schauen und eigentlich auch zum Memorial der USS Arizona fahren – wenn der Wind nicht zu stark gewesen wäre und die Bootstour damit ins Wasser fiel. Der Film war allerdings sehr interessant, und für 10 USD extra konnte man auf die USS Bowfin (ein U-Boot aus dem 2. Weltkrieg). Auf dem U-Boot war es wirklich eng, unvorstellbar wie auf dem kleinen Raum die Mannschaft miteinander klar kam! Hätte ich mehr Zeit gehabt, hätte ich wahrscheinlich auch die USS Missouri besichtigt, ein Schlachtschiff aus dem 2. Weltkrieg.

Als ich zurückkam, war bei uns im Hostel bereits das Christmas Dinner im Gange. Es gab Truthahn und Schinken, und diverse Beilagen. Später am Abend landeten wir in der Gay Bar um die Ecke. (Irgendwie kommt man hier einfach nicht um die Szene herum!) Haha wir spielten da aber nur Pool :)

Damit waren die paar Tage in Oahu bereits vorbei. Am Sonntag musste ich auschecken, ging nochmal zum Strand (Military Beach, der war weniger überfüllt) und ein wenig einkaufen. Ich wäre gerne nochmal zur North Shore, und überhaupt an die Westküste, und vielleicht auch auf einen der Trails im Inneren der Insel. Dafür war die Zeit aber einfach zu knapp.

Vielleicht noch etwas zum Wetter: Während der ganzen Woche war es sehr windig, und Regen und Sonnenschein haben sich ständig abgewechselt. Andererseits war der Regen nie wirklich schlimm … und das Thermometer fiel bestimmt auch nie unter 20 Grad. Jetzt im Moment warte ich am Flughafen auf den Abflug nach Kaua’i – the Garden Island!

USA #5: Thanksgiving Break / Las Vegas und National Parks

Endlich war sie da, die lang erwartete Thanksgiving-Woche. Die Uni blieb dank Thanksgiving eine Woche geschlossen und ermöglichte mir so einen weiteren Road Trip. Ich war gut eine Woche (von Freitag bis Samstag) unterwegs. Insgesamt bin ich ganze 3000 Kilometer gefahren!

Das erste Wochenende verbrachte ich mit 2 Mitstudenten in Las Vegas, ab Montag war ich dann alleine in den Nationalparks unterwegs. Es sollte eine der besten Wochen in den USA werden!

Das Wochenende in Las Vegas lass ich in dem Artikel hier auch gleich mal weg, denn: What happens in Vegas, stays in Vegas.

Montag, 21. November: Zion National Park

Ich machte mich also am Montagmorgen auf den Weg zum Zion National Park in Utah. Ich fuhr bis Virgin (der Ort heisst wirklich so), und bog da auf eine unscheinbare Nebenstrasse ab: Auf die Kolob Terrace Road. Ab da war die Landschaft sehr abwechslungsreich, ich gewann auch immer mehr an Höhe, bis ich bei etwa 2500m über Meer gelandet war.

Zu Beginn lag nur spärlich Schnee neben der Strasse, dann wurde es immer mehr. Ich war fast alleine unterwegs, einmal standen sogar Hirsche friedlich auf der Strasse.

Steckengeblieben im Schnee

Nach gut einer Stunde auf der Terrace Road bog ich ab Richtung Lava Point, einem Aussichtspunkt. Auf der Strasse lag richtig dick Schnee. Ich zögerte kurz, bevor ich einen Hang herunterfuhr – ein Fehler! Kurz darauf drehten meine Räder durch, als es nach der nächsten Kurve wieder bergauf ging. Ich musste wenden und ahnte schon Böses… Auch am anderen Hang drehten meine Räder wieder durch, und nach einigen aussichtslosen Versuchen parkte ich mein Auto in der Senke.

Ich zog mir warme Kleider über und machte mich zu Fuss auf den Weg zurück zur Terrace Road. Ich hätte wahrscheinlich gar nicht auf Schnee fahren dürfen mit dem Mietwagen, die Roadside Assistance der Mietwagenfirma dürfte wohl ein Vermögen kosten, und überhaupt, in dieser gottverlassenen Gegend könnte es ewig dauern, bis die mich abschleppten…

Nach vielleicht 2 Kilometern war ich zurück auf der Strasse und hatte Glück: Nach wenigen Minuten kam ein Pickup angefahren. Der konnte dann mein Auto aus der Senke ziehen.

Nach diesem Erlebnis hatte ich erstmal genug von irgendwelchen Abenteuern im Schnee und machte mich auf den Rückweg nach Virgin. Die Landschaft war auf jeden Fall richtig schön mit all dem Schnee, und es herrschte eine einzigartige Stille.

Unterwegs auf dem Scenic Highway 9 in Richtung Zion Canyon holte ich mir erst mal einen heissen Tee. Kurz darauf war ich beim Eingang zum Park. Ich zahlte 80 Dollar für den Jahrespass für alle National Parks in den USA. Die Blätter an den Bäumen waren noch herbstlich gelb-orange. Ganz so aufregend war dieser Teil des Parks aber nicht mehr.

Ich bin dann gegen 19 Uhr in Hatch angekommen, ein kleines Nest im Nirgendwo. Die Strassen waren wie ausgestorben und spärlich beleuchtet. Mein Motel, Hatch Station, war günstig und komfortabel. Ich hab dann im Cowboy-Restaurant 2 Meilen weiter zu Abend gegessen (ich war der einzige Gast), und danach zurück im Motel den nächsten Tag geplant.

Dienstag, 22. November: Bryce Canyon NP, Capitol Reef NP

Welche Überraschung am nächsten Morgen! Bei einem Blick aus dem Fenster zeigte sich erst wo ich gelandet war: In einer grossen Ebene, die Sonne schien, Pferde grasten in der Ferne, alles war von Frost bedeckt, und es war gerade mal 27 Grad Fahrenheit „warm“. Und dann diese Stille!

Nach dem ich mit warmem Wasser den Frost von meiner Windschutzscheibe losgeworden war, fuhr ich weiter Richtung Bryce Canyon. Unterwegs stoppte ich kurz beim Red Rock Canyon – es war nett, aber da sollte noch viel Beeindruckenderes kommen.

Im Bryce Canyon NP führt eine einzige gerade Strasse in den Park, die dann konstant an Höhe gewinnt, bis auf rund 2900m. Unterwegs gibt’s viele Stopps (Aussichtspunkte), mal direkt an der Strasse, mal 5-10 Minuten zu Fuss vom Parkplatz. Die Aussicht und die merkwürdigen Felsformationen waren echt sehenswert.

An einem der Aussichtspunkte kam ich mit einem Deutschen ins Gespräch, der schon über 25 Jahre in den USA wohnt. Er arbeitete vor Ewigkeiten mal für eine Schweizer Zementfirma und kannte die Schweiz deshalb ganz gut. Ich habe mich mit ihnen ein wenig über die anderen National Parks in den USA ausgetauscht.

Für die Trails hatte ich weder Zeit noch das richtige Schuhwerk (durch den Schnee war alles matschig und rutschig). Ich habe nur den kleinen Trail vom Sunset zum Sunrise Point gemacht. Anscheinend waren an dem Tag auch Bären unterwegs (auf den längeren Trails) – tja, ich habe keine gesehen, schade!

Bald darauf ging die Fahrt weiter. In Escalante wollte ich eigentlich versteinerte Bäume ansehen, die im nächsten Park aber nicht gefunden (es war auch niemand da..). In Boulder besuchte ich das Anasazi-Museum mit den rekonstruierten Häusern. Die Anasazi sind Ureinwohner aus dieser Gegend. Die Strassen unterwegs waren lang und ausladend, mal fuhr ich auf einem Grat wo es links und rechts nur Felsen gab, mal zwischen Tannen wie zu Hause auf einer Bergstrasse.

Gegen 16.30 Uhr kam ich im Capitol Reef National Park an, und konnte den Park gerade noch so eine Dreiviertelstunde bei Tageslicht ansehen, danach war Schluss. Anschliessend fuhr ich weiter nach Moab, das waren nochmal 3-4 Stunden mit dem Auto. Unterwegs war ich oft alleine auf der Strasse. Auf einer der Strassen sah ich in 60 Kilometern gerade mal ein einziges Auto.

Das Hostel in Moab „Lazy Lizard“ war ziemlich lausig. Die meisten Gäste waren so um die 30-40 und Amerikaner. Mir schien es so, als hätten sich hier Penner ein Winterquartier eingerichtet :-) Eine Übernachtung kostet auch nur 9 Dollar. Ich wollte aber mit den Typen hier auf keinen Fall ein Zimmer teilen und hab dann für rund 25 Dollar ein eigenes gekriegt (im Prinzip ein Hostel-Mehrbettzimmer zur Alleinbenutzung…).

Mittwoch, 23. November: Arches NP

Als nächstes stand der Arches NP auf meiner Liste. Da gibt es jede Menge Felsbögen zu sehen, in allen Grössen und Formationen. Hier verbrachte ich einen ganzen Tag, mit vielen kleinen Trails zwischendurch. Den Dead Horse Point State Park nebenan liess ich weg, ich wollte nicht dauernd von Park zu Park hetzen.

Insgesamt fand ich den Arches NP allerdings weniger spannend als die ersten beiden (Zion und Bryce). Um ungefähr 18 Uhr war ich bereits in Blanding, im Four Corner’s Inn Motel. Auch diese Stadt war nachts wie ausgestorben und dunkel, und man sah wieder die Sterne funkeln.

Donnerstag, 24. November: Monument Valley, Ankunft beim Grand Canyon

Seit Moab war ich sozusagen wieder auf der Rückfahrt nach Fullerton. Die Strecke heute führte zum Monument Valley und dann zum Grand Canyon, in die Red Feather Lodge in Tusayan.

Das Monument Valley war auch ganz interessant, obwohl es im Prinzip nur das (kleine) Museum und diese grossen roten Felsen zu sehen gibt. Die Rundstrasse hat mein Auto dann zum Glück auch überlebt, obwohl die Sand- und Felspiste echt ne Herausforderung für sich war. Hier wäre ein SUV echt nicht schlecht gewesen!

Kurz darauf gings auch schon weiter. In Tuba City habe ich einen Zwischenstopp gemacht, weil mein Account bei der Bank of America ins Minus geraten war und ich Geld einzahlen wollte. Da findet man also den einzigen ATM dieser Bank im Umkreis von mindestens 60 Meilen (100 Kilometer), oder eher noch mehr, und was dann? Ausser Betrieb!

Ich war dann rechtzeitig zum Sonnenuntergang beim Grand Canyon, ganz im Osten bei diesem Aussichtsturm.

Freitag, 25. November: Grand Canyon

So ganz ohne Unterlagen und nur aus dem Kopf fällt mir zum Grand Canyon eigentlich nicht mehr viel ein, ausser dass der Canyon echt riiesig ist und man die Dimensionen nur erahnen kann. Er ist über 400 Kilometer lang und an der breitesten Stelle 14 Kilometer breit. Zum Colorado River geht es über 1500 oder 1800 Meter tief runter.

Am Morgen wars gerade mal 23 Grad Fahrenheit (-5 Grad Celsius). Ausgehend vom Amphitheatre beim Parkplatz bin ich während 4-5 Stunden zu Fuss von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt gewandert, und habe dann für die letzten ganz im Westen den Shuttlebus benutzt. Unterwegs gibt es jede Menge Infotafeln und ein Museum. Wenn ich den Grand Canyon wieder einmal besuche (und mehr Zeit hätte), würde ich eine Wanderung in den Canyon hinunter machen.

Später am Nachmittag habe ich den kostenlosen Film im Visitor Center geschaut, und gegen Abend war ich in Tusayan im IMAX-Kino, und habe mir den Film auch noch angeschaut. Um 20 Uhr war ich wieder zurück beim Grand Canyon für die Stargazing Tour. Ein Park Ranger hat uns etwas über Sterne und Planeten am Nachthimmel, aber auch diverse Anekdoten aus dem Rangeralltag erzählt. Der Himmel war voller Sterne und auch die Milchstrasse hat man richtig gut gesehen.

Samstag, 26. November: 760 Kilometer nach Fullerton

Ich hatte mich entschlossen, 2 Tage früher als geplant nach Fullerton zurückzukehren, weil ich noch einige Arbeiten abzuliefern hatte und eine Prüfung auf mich wartete.

Der Tag verlief eigentlich brutal ereignislos… Nach 5 Stunden Autofahren habe ich beim Outlet Center in Barstow eine längere spontane Pause eingelegt. Ich wusste nicht, dass es da ein Outlet Center gibt, habe mich aber mit diversen Kleidern eingedeckt :) Am Tag nach Thanksgiving (Freitag) findet jeweils der „Black Friday“-Ausverkauf statt. Im Outlet Center waren die Preise am ganzen Wochenende heruntergesetzt.

Danach ging es noch einmal rund 2 Stunden weiter. Der Verkehr in der Nähe Los Angeles war echt übel im Vergleich zu den leeren Strassen, an die ich mich mittlerweile gewöhnt hatte.