Indonesien: Raja Ampat (Homestays)

Raja Ampat ist ein Insel-Archipel in Westpapua, ganz im Osten Indonesiens. Die 4 Hauptinseln geben der Gegend ihren Namen (Raja Ampat = 4 Könige). Raja Ampat ist als Unterwasserparadies bekannt, hat aber auch über Wasser durchaus seinen Reiz 😛

Ethnisch gehören die Bewohner eigentlich eher zu Papua-Neuguinea als zu Indonesien, aber politisch gehört die Gegend seit ca. 60 Jahren zu Indonesien (vorher war es eine holländische Kolonie). Es gibt hier zahlreiche Bodenschätze und all die Schattenseiten, die das jeweils mit sich bringt… Davon ist in Raja Ampat aber nichts zu spüren. 

Übrigens: Bei Touristen auch beliebt ist ein Trekking ins Baliemtal, zu den ursprünglichen Papua. Dafür hatte ich aber keine Zeit. Bei Interesse: Googelt mal nach „Papua Koteka“ 😀 

Nun, ich habe also 2×4 Nächte in Raja Ampat in sogenannten Homestays verbracht, zuerst auf der Insel Kri, dann auf Gam.

Mambetron Homestay, Kri (24. – 28. November 2017)

Die Anreise gestaltete sich schlussendlich einfacher als gedacht. Ein Motorradtaxi bringt mich vom Flughafen zum Hafen, wo ich das Ticket für die Fähre kaufe. Auf der Fähre treffe ich ein österreichisches Paar, das ebenfalls nach Kri muss und eine Abholung vereinbart hat. So teilen wir uns das Boot zu dritt (600’000 IDR / Boot, d. h. 15 CHF für mich). Ja, in Westpapua ist alles deutlich teurer als im Rest Indonesiens.

Wir fuhren mit einem kleinen ungedeckten Longboat, und als dann Wellen aufkamen, war ich mir echt nicht sicher, ob wir überhaupt ankommen würden! 

Rechts: Unser Longboat

Im Homestay beziehe ich einen kleinen, sehr einfachen Bungalow und sage den anderen Touristen kurz Hallo. Es gibt hier weder Strassen noch Fahrzeuge. Strom gibt es am Abend dank einem Generator. 

Abendstimmung

Die nächsten Tage verbringe ich mit Tauchen und Schnorcheln:

Alleine schon das Schnorcheln am Mambetron-Hausriff ist beeindruckend. Es gibt eine unglaubliche Vielfalt von Fischen und zudem sehr schöne Korallen. Am Mittag sehe ich 3-5 Black Tip Reef Sharks beim Jetty. Am späteren Nachmittag ist die Sicht dann ein wenig schlechter und es hat – ohne zu übertreiben – Hunderte kleine Quallen. Doch nur ganz wenige Quallen stechen mich. Es juckt anschliessend ein wenig, aber es lohnt sich: Ich sehe 2 Schildkröten, 1 vorbeifliegender White-Spotted Eagle Ray, einen Hai und zahlreiche Pufferfische! Und das beim Schnorcheln!

Beim 3. Mal Schnorcheln entdecke ich schon vom Steg aus 2 kleine Riffhaie im seichten Wasser, sowie diverse Flötenfische (Cornetfish). Nebst vielen verschiedenen Fischen sehe ich unterwegs einen Krokodilfisch sowie 3 kleine und 1 grosser Black Tip Shark, die immer wieder dieselbe Runde schwimmen. Sowie einzelne Trompetenfische direkt unter der Wasseroberfläche, die ab und zu ihr spitzes Maul öffneten. 

Highlight beim Tauchen war ganz klar der Tauchgang am Cape Kri, wo wir eine Gruppe von 11 Teufelsrochen (devil rays) sahen! Ein Riesenglück! Später schwamm dann noch ein white-spotted eagle ray vorbei. Hammer! Zudem sahen wir die Überreste eines Fisches versinken, der von einem Thunfisch angebissen worden war. Und einige Barrakudaschwärme hatte es auch. Zum Schluss liessen wir uns von der Strömung übers Riff ziehen. 

Devil Rays beim Cape Kri

Am letzten Tag auf Kri hatte ich noch einmal 2 Tauchgänge gebucht. Lustig, ich sah gleich auf beiden Tauchgängen je einen freischwimmenden Wobbegong (Teppichhai), nachdem ich bisher noch kein Glück hatte. 

Neugieriger Besuch

Beim Auftauchen regnete es und das sollte bis am Abend so bleiben. So kam bei der Überfahrt zur Insel Gam wieder einmal mein Regenponcho zum Einsatz. Zum Glück ist es auch bei Regen meist sehr warm. 

Mandarin Homestay, Gam (28. November – 2. Dezember 2017)

Ja, nach dem Mambetron Homestay war der over-water Bungalow im Mandarin Homestay ein Highlight! Gross, hell, mit 2 richtigen Betten, Kaffeepulver, Tee und Wasser standen jeden Tag bereit, und die Hängematte und die Veranda liessen Glücksgefühle aufkommen. 

Bevor hier ein falscher Eindruck von 5-Sterne-Luxus entsteht: Die sanitären Anlagen sind natürlich auch hier recht einfach. Sprich: Wasserkübeldusche und Klo ohne Spülkasten. Immerhin eine WC-Schüssel. Den Bungalow teile ich mir mit Spinnen, Eidechsen und anderem Getier. 

Bungalow im Mandarin Homestay

Der Generator, der ab 18 Uhr hätte laufen sollen, spielt am 1. Abend nicht mit. Am nächsten Tag und nach einer gründlichen Reinigung wird er dann wieder laufen. 

Nach dem Abendessen setze ich mich im Dunkeln auf die Veranda, lausche den Vögeln und schaue den vereinzelt aufleuchtenden Leuchttierchen im Wasser zu. Ich geniesse den Moment und bin glücklich, hier sein zu dürfen. Auch wenn es aus der Ferne bestimmt kitschig klingt, mir prägt sich für diesen Moment folgende Beschreibung ein: „wenns eim vor Glück tschuderet“ 

Am nächsten Morgen gibt es „Frühstück mit Aussicht“. Die Veranda ist Gold wert.

Kurz darauf war ich unterwegs zum Sawinggrai Jetty, wo mich Fredy ansprach und mir ein bisschen Indonesisch beibrachte. Satu dua tiga empat lima.. Anschliessend schnorchelte ich zurück zum Homestay. 

Blick zurück vom Sawinggrai Jetty

Die verbleibenden Tage gestalteten sich ruhiger als auf Kri. Ich verbrachte Zeit mit Lesen, döste in der Hängematte, studierte den Indonesien-Reiseführer und recherchierte über Westaustralien. Zwischendurch gingen wir auf einen unspektakulären „Jungle Walk“, zu Fuss in die nahen Dörfer und einmal morgens um halb 6 auf einen Bird Walk:

Lange Zeit hörten und sahen wir keinen Paradiesvogel – doch schlussendlich klappte es doch noch, unser Guide hatte einen hoch oben in den Bäumen entdeckt. Ab und zu machte dieser Geräusche und breitete dann mehrmals auch sein farbiges Gefieder aus. Dafür mussten wir aber mehr als eine halbe Stunde lang unsere Köpfe gegen Himmel strecken. Mein ornithologisches Interesse ist ja eigentlich nicht besonders ausgeprägt und so werde ich in Zukunft auf Bird Walks verzichten. Auf dem Rückweg sahen wir dann noch einen Kakadu.

Bird of Paradise

Damit war die Zeit in den beiden Homestays auch schon vorbei. Die Vorfreude auf das klimatisierte Hotelzimmer mit einer richtigen Dusche in Sorong war gross. 

Von zu Hause erreichte mich just an dem Tag ein Foto vom winterlich eingeschneiten Baden. Was für ein Kontrast! 

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